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Garten, Genuss, Natur

„Superfood“ Sanddorn in Natur und Garten

Draußen in der Natur gibt es zurzeit nicht so viel Farbenfrohes zu sehen. Bei meinem heutigen Spaziergang am Marchfeldkanal waren aber – neben ein paar letzten Hagebutten und den roten Zweigen des Hartriegels – vor allem die leuchtend orangen Früchte des Sanddorns (Hippophae rhamnoides) die „Stars“ der Szenerie.

 

Sie sind wichtige Vogelnahrung im Winter – und wahre Vitamin-C-Bomben (bis zu 900 mg pro 100 g Fruchtfleisch – bei Zitrusfrüchten sind es durchschnittlich nur 50 mg pro 100 g), weshalb sie auch für uns Menschen interessant sind. Man kann sie frisch essen, zu Mus oder Saft pressen oder trocknen und z.B. als Gewürz oder Tee verwenden.

 

Wildpflanzen und Fruchtsorten

Sanddornfrüchte muss man nicht unbedingt in der freien Natur sammeln – die bis zu fünf Meter hohen Sträucher sind auch durchaus etwas für den Hausgarten (wenn man darauf achtet, ihre Wurzelbrut konsequent in die Schranken zu weisen, notfalls durch Rhizomsperren). Für diesen Zweck wurden viele Sorten gezüchtet, die größere Früchte als die Wildform haben.

 

Ich habe für meine Naschhecke (siehe Beitrag hier >>>) Sorten gesucht, die wenig Ausläufer bilden, wie „Friesdorfer Orange“, „Leikora“ oder „Dorana“.

 

Männchen und Weibchen

Zu beachten ist, dass der Sanddorn zweihäusig ist, es also männliche und weibliche Pflanzen gibt. Deshalb muss man zu den weiblichen Pflanzen, die die Früchte bringen, immer auch eine männliche Befruchterpflanze setzen – am besten westlich der Weibchen, weil aus dieser Richtung der meiste Wind kommt. Eine typische männliche Pollenspendersorte ist „Pollmix“ – vor allem die Klone „Pollmix 1“ (frühe Blüte), „Pollmix 4“ (mittelfrüh) und „Pollmix 3“ (spät). Welche davon man braucht, ist davon abhängig, wann die weibliche Sorte blüht, die man ausgesucht hat.

 

Die Sorte „Friesdorfer Orange“ wird als selbstfruchtbar angepriesen, trotzdem hat man mit einer männlichen Sorte dazu mehr Fruchtertrag.

 

Robuste Pionierpflanze

Am wohlsten fühlt sich der Sanddorn übrigens auf sonnigen, trockenen (sandigen bis kiesigen) Standorten. Durch sein dichtes und weitreichendes Wurzelsystem eignet er sich auch zur Hangbefestigung. Ist er erst einmal angewachsen, muss man ihn weder gießen noch düngen.

 

Habt ihr schon Erfahrungen zu Sanddorn im Hausgarten gemacht?